Große Filmmusik Piano solo

David Helbock Playing John Williams

Samstag, 21. November 2020 | 20:00 Uhr

DAVID HELBOCK PLAYING JOHN WILLIAMS


Der österreichische Jazzpianist David Helbock interpretiert Musik des mehrfachen Oscar und Grammy prämierten US-amerikanischen Filmkomponisten John Williams.

Es gibt Musik, die lässt einen im Leben nicht mehr los. Sie berührt so stark, dringt tief in einen ein und bleibt unauslöschlich im Gedächtnis haften. Oft kommen außermusikalische Ereignisse hinzu, die sich mit dem Hörerlebnis verknüpfen und die Erinnerung noch fester zementieren. So erging es auch David Helbock als er das Kino für sich entdeckte und hier der Musik von John Williams begegnete. „Er begleitet mich bereits mein ganzes Leben. Ich bin ein großer Star Wars Fan und kann mich auch noch genau erinnern, wie ich als Kind unzählige Male den Film „E.T.“ gesehen und mit dem außerirdischen Wesen und seinen menschlichen Freunden mitgefiebert habe. Oder an „Jurassic Park“, mein erster Kinobesuch ohne Eltern. Auch das Wechselbad der Gefühle zwischen Faszination und Angst werde ich nicht vergessen, als ich den „Weißen Hai“ erstmals schaute. All das waren tief emotionale und prägende Erlebnisse für mich und verantwortlich dafür war auch immer der Soundtrack zu den Filmen.“ 

Aber was macht die Wirkung von John Williams aus, sodass einem unweigerlich die Musik in den Kopf kommt, wenn man über die Filme spricht, die er als Komponist mitgeprägt hat? Helbock erklärt: „Natürlich ist seine Musik in den Filmen letztendlich aufgeblasen und toll orchestriert, aber im Kern ist John Williams vor allem ein großer Melodienschreiber. Diese treffen mitten ins Herz und lösen die Emotionen aus. Nehmen wir Hedwig´s Theme“ aus Harry Potter, eine simple, aber ungemein tiefgehende Melodie. Oder auch das ergreifende Thema zu Schindlers Liste. Für mich ist Williams deshalb auch ein Filmkomponist der alten Schule, wenn man ihn mit moderneren Komponisten wie Hans Zimmer vergleicht, die viel weniger auf musikalische Komposition, sondern mehr auf Soundeffekte und Show setzten.“Eine Anekdote verdeutlicht anschaulich, wie sehr Williams bestrebt war, die Essenz eines Films ebenbürtig durch Musik auszudrücken. „Weil er von „Schindlers Liste“ so sehr beeindruckt war, traute er sich zunächst nicht, für den Film zu komponieren. Er befürchtete, dass seine künstlerischen Fähigkeiten für diesen seiner Meinung nach großartigen Film nicht ausreichen würden.

Daher ging Williams auf Regisseur Steven Spielberg zu und sagte zu ihm: „Steven, du benötigst einen besseren Komponisten, als ich es bin.“ Daraufhin antwortete der Regisseur: „Ich weiß! Aber die sind alle tot.“ Ermutigt durch diesen Satz schritt Williams zur Tat und komponierte das musikalische Thema des Films. Unvergessen ist auch die Musik zum „Weißen Hai“. Einfach, aber mit großer Wirkung, wie David Helbock findet: „Man sieht ja nicht wirklich viel Grauenvolles in diesem Film, im Vergleich zu den Horrorfilmen von heute. Aber die Musik macht es eben so ungeheuer spannend. Es sind eigentlich nur zwei Töne in einem stetigen Rhythmus, aber immer wenn dieser Rhythmus kommt, verfällt man in Aufregung.“

„Ich habe alles Mögliche mit John Williams Musik gemacht, sie reharmonisiert, andere Taktarten verwendet und vieles mehr, um so natürlich auch meine eigene Stimme miteinfließen zu lassen“, erzählt David Helbock über den Schaffensprozess. „Aber bei allen Änderungen bleibt die Melodie immer dieselbe und so bleibt der Wiedererkennungseffekt erhalten. Viel passierte bei den Bearbeitungen intuitiv und ist von den Emotionen gelenkt, die die jeweiligen Filme in mir auslösen. Ich habe mir also die Hauptmelodien aufgeschrieben, dann zuerst die Filme angeschaut, bevor ich schließlich improvisatorisch am Klavier meine Versionen entwickelt und langsam erweitert habe.“

Die Musik von John Williams solo am Klavier im Jazz-Gestus – in mehrerer Hinsicht passt dies zusammen: So besitzt der Filmkomponist selbst Jazzwurzeln. Während seines Klavierstudiums an der Juilliard School in New York hat er nebenbei in den dortigen Bars Jazz gespielt. Diese Prägung hört man bis heute, zum Beispiel in „Moonlight“ aus dem Film Sabrina, ein waschechter Jazzsong. Zum anderen: „Natürlich hat Williams sich dann recht schnell zum klassischen Orchesterkomponisten entwickelt, aber für mich ist das Klavier an sich schon ein ganzes Orchester mit einem Füllhorn an Klangmöglichkeiten. Noch mehr, wenn ich meine Inside-Piano-Techniken einsetze, also Saiten mit der Hand abdämpfe, Akkorde auf den Saiten streiche oder das Innere des Klaviers als Perkussionsinstrument verwende“, schildert Helbock, dass Klavier und Orchester gar keine so großen Gegensätze sein müssen, wie man denken mag. Und so spielt der „Geschichtenerzähler am Klavier“ (3sat) einen ganz anderen John Williams als wir es aus dem Kino gewohnt sind, bleibt im Kern aber dennoch ganz beim Großmeister der Filmmusik selbst.

DAVID HELBOCK

Zweimal Preisträger und der Publikumspreis beim weltweit größten Jazz-Piano-Solo-Wettbewerb des Jazzfestivals Montreux, begeisterte/internationale Kritiken für seine CDs und der wichtigste Förderpreis des Bundes Österreich 2011 - der "Outstanding Artist Award" - der aus dem kleinen österreichischen Dorf Koblach stammende Pianist David Helbock ist zweifellos am internationalen Parkett angekommen.

Helbock ist aber nicht nur ein hervorragender Pianist, sondern auch ein eigenwilliger Denker, der in seine Projekte nicht nur außerordentliche Fingerfertigkeit, sondern auch jede Menge Hirnschmalz investiert. 

David Helbock, am 28. Jänner 1984 geboren, begann im Alter von sechs Jahren Klavier zu spielen.
Er studierte am Konservatorium Feldkirch bei Prof.Ferenc Bognar Klavier, wo er 2005 sein klassisches Konzertfach-Diplom mit Auszeichnung abschloss und nahm seit 2000 zusätzlich Unterricht beim New Yorker Jazzpianisten Peter Madsen, der sein Lehrer, Mentor und Freund wurde.

David Helbock spielte Konzerttourneen und Aufnahmen in Länder wie den USA, Kanada, Mexiko, Russland, Kasachstan, Kirgisistan, China, Mongolei, Südkorea, Philippinen, Indonesien, Malaysia, Indien, Israel, Türkei, Iran, Ägypten, Südafrika, Äthiopien, Kenia, Senegal, Marokko, Tunesien, Brasilien, Argentinien, Chile, Australien und überall in Europa. 

David Helbock ist seit Beginn seiner Musikerlaufbahn außerdem als Komponist sehr aktiv. Zu seinen Werken zählt ein großes „Jahreskompositionsprojekt“ in dem er für ein Jahr lang jeden Tag ein neues Stück geschrieben hat (Anfang 2010 ist das "Personal Realbook" mit über 600 Seiten Musik erschienen)

 

PREISE

  • Mehrfacher 1.Preisträger - Jugendwettbewerb "Prima la Musica"

  • 2001 "Bösendorfer-Stipendium" Gewinner

  • 2002 Talente Wettbewerb Gewinner mit der Band "Tat-twam-asi"

  • 2006 Gewinner des internationalen Wettbewerbs "New Generation" in Straubing (DE)

  • 2006 CD Veröffentlichung in der Reihe Jazzthing Next Generation mit dem HDV Trio

  • 2007 Podiumspreis Liechtenstein

  • 2007 Preisträger beim weltgrößten Jazz-Piano-Solo Wettbewerb in Montreux

  • 2010 Preisträger beim selben Wettbewerb in Montreux und zusätzlich auch den "Publikumspreis"

  • 2011 Outstanding Artist Awarddes Bundes Österreich

  • 2014 Einladung zum BMW-Welt Jazzaward

  • 2015 IBK Preis (Internationale Bodensee Konferenz)

  • 2018 Staatsstipendium für Komposition des Bundes Österreich

 

RELEASES

  • 1998 "Happiness" - Eigenproduktion

  • 2003 "Emotions" - Label GramolaWien

  • 2004 "Transformation" - Label GramolaWien

  • 2006 "Celebrating modern Genius" - Label DoublemoonRecords Köln

  • 2007 "Time" - Label YVP Music Ulm

  • 2008 "CIA DVD - Sunology" - CIA

  • 2008 "All In" - Label DoublemoonRecords Köln

  • 2010 "CIA - Thousand Miles Journey" - CIA

  • 2010 "David Helbock´s Random/Control" - TraumtonRecords Berlin

  • 2010 "My Personal Realbook" - 600 pages of compositions

  • 2011 "Diagonal" - Label TraumtonRecords Berlin

  • 2012 "Purple" - Label TraumtonRecords Berlin

  • 2014 "Think of Two" - Label TraumtonRecords Berlin

  • 2014 "Jazz Composer´s Orchestra Update" - Michael Mantler - ECM Records

  • 2014 "What´s Next? I don’t know" with L. Raab - Session Work

  • 2015 "Aural Colors" - Label TraumtonRecords Berlin

  • 2015 "Mistura" - Label Unit Records

  • 2016 "Into the Mystic" - Label ACT Music

  • 2017 "Comment C’est" with Michael Mantler - Label ECM Records

  • 2018 "Tour d´Horizon" - Label ACT Music

  • 2019 "Playing John Williams" - Label ACT Music

 

MUSIKALISCHE AUSBILDUNG

  • 1990 - 1998 Klavierunterricht mit Nora Calvo Smith an der Musikschule Feldkirch

  • 1994 - 2000 Klavierunterricht mit Paul Winter am Jazzseminar Dornbirn

  • 1998 - 2001 Schlagzeugunterricht mit Stefan Greussing an der Musikschule Feldkirch

  • 1998 - 2005 Konzertfachdiplom bei Prof. Ferenc Bognar (Konservatorium Feldkirch)

  • 2000 - 2008 Privatschüler des New Yorker Jazzpianisten Peter Madsen

  • 2006 - 2007 Ein Semester an der Universität der Künste Bern (SJS) bei Thierry Lang
     

AKTIVITÄTEN

  • Konzerttourneen und Aufnahmen als Bandleiter in Länder wie den USA, Kanada, Mexiko, Russland, Kasachstan, Kirgisistan, China, Mongolei, Südkorea, Philippinen, Indonesien, Malaysia, Indien, Israel, Türkei, Iran, Ägypten, Südafrika, Äthiopien, Kenia, Senegal, Marokko, Tunesien, Brasilien, Argentinien, Chile, Australien und überall in Europa.

  • Konzerte auf Festivals wie Traumzeit Duisburg, Jazzwochen Burghausen, Jazzfestival Münster, Jazzfestival Saalfelden, Jazzfest Rochester, Jazzfestival Montréal, Jazz d ́or Strasbourg, Jazzfestival Montreux, Jazzfestival St.Louis, Java Jazzfestival, Providencia Jazzfestival Chile, Eurojazzfestival Mexiko, Kuala Lumpur Jazzfestival, Melbourne Jazzfestival, Jarasum Jazzfestival und viele mehr.

  • Im April 2010 Veröffentlichung des Personal Realbooks in das David Helbock ein Jahr lang jeden Tag ein neues Stück komponierte.

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Ö1-Clubmitglieder: (Ö1-Card an der Abendkassa vorweisen): EUR 18,00

Abendkassa: EUR 22,00
Ermäßigte Tickets für Schüler/Studenten (Ausweis an der Abendkassa vorweisen): EUR 14,00
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