Radio

Theatermacher sein heißt Widerstand leisten

 

Eine Geschichte mit interessantem Ausgang. Sie begann im Jahr 2014. In dieser Spielsaison wollte der Kulturverein Kunstbox im Emailwerk Seekirchen „ Der Theatermacher“ von Thomas Bernhard aufführen. In Seekirchen verbrachte der Autor ja als Kind nach eigenen Angaben die glücklichsten Jahre seines Lebens. Anlass genug, dieses Stück ins Salzburger Seenland zu bringen. Nein, beschied der Verlag: Aufführungen des „Theatermachers“ seien Profi-Angelegenheit und ergo Sache größerer Theater. Dieselbe Entscheidung traf auch Charlie Rabanser, auch er hätte in Neukirchen hätte gerne dieses Stück aufgeführt. Die Ironie der Geschichte: „Der Theatermacher“ ist seinerseits eine Parodie auf eine nicht zustande gekommene Aufführung. Und so kommt es, dass „Der Theatermacher“ Rabanser am 6. Oktober 2018 in Seekirchen auf der Bühne stehen wird und seine ganz persönliche künstlerische Antwort auf die Absage von 2014 geben wird. Der große Widerständige hat ein neues Stück geschrieben, das da heißt: „Der Theatermacher, der Theater macht, aber nicht den Theatermacher machen darf“. Wie wir meinen: Ganz im Sinne Thomas Bernhards.


Am 6. Oktober 2018 um 20 Uhr im Emailwerk Seekirchen.
Lassen Sie sich das nicht entgehen!

nachhören

Spielfrei

 

Es ist Sommer. Nicht nur das Kulturhaus Emailwerk, sondern auch das Kunstbox-Radio-Redaktionsteam Leo und Verena Fellinger machen wie gewohnt Sommerpause. Das Motto dieser Sendung heißt daher: Spielfrei. Da man aber keine Sendung auslassen darf, haben wir eine Vertretung gesucht. Und gefunden. Im eigenen Verein. Lions Villota, 2007 in den Vorstand des Kulturvereins berufen, um sich den damals aufkeimenden virtuellen Welten zu widmen. Lions Villota ist ein Avatar. Er hat immer Zeit. Freuen Sie sich auf eine Sendung mit ihm. Er kann das. Versprochen.

nachhören

Dialekt

 

Die Kunstboxer möchten diesmal alle einladen, einen Ausflug in die Welt des Dialektes zu wagen. Warum gerade Dialekt, werden Sie sich fragen. Nun – ein Team aus Experten und Expertinnen des Kulturverein Kunstbox, der Universität Salzburg und der Fachhochschule Puch-Urstein hatte sich in den Kopf gesetzt, eine Machbarkeitsstudie für ein Sprach-Museum zu konzipieren. Dialekt war und ist ein ganz wesentlicher Kern dieses Projektes: Sprachlandschaft Österreich – die Welt der Dialekte, der „Sprache der Nähe“, Teil unserer Identität. Dieses Thema ist vor allem geprägt von der Arbeit von Dr. Hannes Scheutz, Sprachwissenschafter und Germanist an der Universität Salzburg. Er beschäftigt sich intensiv und seit Jahren mit Sprachwandel, Soziolinguistik,  Dialektologie, Gesprochenes Gegenwartsdeutsch und vielen anderen interessanten Gebieten. Er ist auch der Erfinder des Dialektatlas, einer Internetplattform, wo man spielerisch tausende echte Sprachbeispiele direkt miteinander vergleichen kann. Er wird in dieser Sendung einige wertvolle Beispiele dialektischen Sprachgebrauchs liefern.

nachhören

Landart

 

Die Kunstboxer laden diesmal zu einem Ausflug in die Natur ein. Der Kulturverein Kunstbox verlässt nämlich jeden Herbst für einige Tage die Bühne Emailwerks und begibt sich in die Naturlandschaften des Salzburger Seelandes. Warum? Um einer Kunstform zu folgen, die man im Allgemeinen LANDART nennt. Der Name weckt Vorstellungen von einer Art Landschaftsmalerei, von wogenden Weizenfeldern und Staffeleien unter freiem Himmel. Ganz falsch. Landart heißt: Aus Naturmaterialien in der Natur Kunstwerke zu schaffen, die sich selbst überlassen bleiben und wieder vergehen. Diese Vergänglichkeit ist wahrscheinlich der markanteste Unterschied zu anderen Kunstformen. Es ist nahe liegend, dass naturverbundene Menschen ein offenes Herz für die Kunst haben. Denn auch die durch künstlerische Kreativität geschaffenen Werke gehören letztendlich zu den Wundern, die uns die Natur in so überwältigender Fülle darbietet. Kunst und Naturschutz können Verbündete im gemeinsamen Bemühen um die Erhaltung unserer Umwelt sein. Kunst öffnet die Augen durch neue Perspektiven und sie provoziert Gefühle und Gedanken, die zu neuen Einsichten führen.

nachhören

Auf der Suche nach der Inspiration des Ufers

 

Leo und Verena Fellinger entführen in dieser Sendung in die Literaturlandschaft des Kulturverein Kunstbox. Sie haben viele Jahre darauf verwendet, den Quellen der literarischen Inspiration nachzuspüren. Vor allem am Wallersee, dessen Ufer auch der inhaltliche Ausgangspunkt des Literatur-Projektes „Auf der Suche nach der Inspiration des Ufers“ war. Jahr für Jahr wurden AutorInnen eingeladen, am Ufer wohnend zu schreiben und die Inspiration des Ufers in sich aufzunehmen, um sie uns in Form ihrer Erzählungen und Gedichten wieder zurückzugeben. Sie sind die jüngsten in der historischen Reihe bekannter Literaten, die sich ihre Ideen an den Ufern des Wallersees holten: Carl Zuckmayer, Thomas Bernhard und Johannes Freumbichler, Ödön von Horváth, Sylvester Wagner, Franz Stelzhamer und viele mehr. Elf wunderbare Autorinnen und Autoren haben sechs Jahre lang Texte beigesteuert geschrieben. In dieser Sendung kommen zwei Autorinnen zu Wort: Der erste Text ist von S. U. Bart, einer Berliner Schriftstellerin, die Gedichte stammen aus der Feder von Claudia Bitter aus Wien.

Die Musik stammt von Jütz, eine der ungewöhnlichsten Formationen, die die alpenländische Musikkultur zum Vorschein gebracht hat. Ein wichtiger Teil der alpenländischen Kultur, die einst Werner Pirchner auf den Prüfstand gestellt hat: der Almrausch, die Trachtenvereine, das Alpenglühen, die Schützen und sogar das Land selbst. Lauscht man der Musik von Jütz, scheint all das überwunden, keine Grenzen, keine Widersprüche, nur: reine, lebendige Musik.

nachhören

ANALOG – Zeitgeist oder Illusion?

 

Wir begegnen immer öfter einer „Avantgarde von digitalen Aussteigern“. Diese Gegenbewegung feiert alles Analoge wie persönliche Freundschaften, Naturerlebnisse, Handwerkerarbeiten und selber Kochen. Die Gründe? In einer digitalen Welt schaffen sich die Menschen analoge Oasen. Wenn die Welt immateriell wird, entsteht eine Lust am Materiellen. Der Kulturverein Kunstbox widmet sich seit 2017 in vielen Facetten seines Programmes genau diesem Thema. ANALOG fließt an verschiedenen Positionen in die lokale Kulturarbeit ein – als Podiumsdiskussion mit dem Autor Andre Wilkens und dem Analog-Pionier Florian Raps, als Workshop für analoge Fotografie oder als Workshop für Kalligrafie, dem entschleunigten Schönschreiben...

nachhören

Martenstein, die ZEIT und ihre Lieder

 

Ein literarisch-musikalisches Doppel der allerersten Güteklasse: Harald Martenstein schreibt geniale Glossen, Georg Clementi verwandelt sie in packende Lieder. Am 3. Februar des Jahres 2018 trafen der Starkolumnist der Wochenzeitung DIE ZEIT und der preisgekrönte Chansonnier und Schöpfer der Zeitlieder erstmals aufeinander. Auf der Bühne im Seekirchner Emailwerk. Die Nachlese eines aussergewöhnlichen Abends.

Seit Anfang 2018 gibt es die Kunstbox Seekirchen auch als Radioformat. Wir werden hier in regelmässigen Abständen Einblick in unsere kulturelle Denk- und Musikwerkstatt geben – wobei „Einblick“ sicher nicht der richtige Ausdruck für eine Radiosendung ist. Reinhören lassen ist hier sicher passender. Also – hören Sie rein: Auf der Frequenz 107,5 Radiofabrik senden wir jeden dritten Dienstag im Monat um 18:30.

nachhören