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Mittwoch, 11. Mai 2016 - 20:00 Uhr

PREMIERE: Ein Bericht für eine Akademie | von Franz Kafka | Eine Koproduktion des Salzburger Landestheaters mit dem Kulturverein Kunstbox


Kartenreservierung zum Vorverkaufspreis nur über www.kunstbox.at

 

Vorverkauf bei RAIBA Seekirchen: 16,-- Euro;

Ermäßigung (Studenten mit Ausweis): 10,-- Euro

Ö1-Clubmitglieder: minus 15%

S-Pass: minus 2,-- Euro

 

Abendkassa: 18,-- Euro

Ermäßigung (Studenten mit Ausweis): 12,-- Euro

Ö1-Clubmitglieder: minus 15%

S-Pass: minus 2,-- Euro

 

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Ein Bericht für eine Akademie | von Franz Kafka | Eine Koproduktion des Salzburger Landestheaters mit dem Kulturverein Kunstbox

 

Regie: Carl Philip von Maldeghem

Affe Rotpeter: Georg Clementi

 

Das Genom eines Menschen und eines Schimpansen ist zu 97 % identisch: die Wissenschaftler des „Great Ape Project“ kämpfen deswegen darum, Menschenaffen als Mitgeschöpfe zu akzeptieren und ihnen auch Menschenrechte zu verleihen.

 

Diese Debatte der Gleichheit oder Ungleichheit zwischen Affe und Mensch befeuerte Franz Kafka schon 1917 mit seinem „Bericht für eine Akademie“. Der Affe „Rotpeter“ doziert und plaudert vor der Akademie souverän und distanziert über seinen äffischen Ursprung und seine Entwicklung zum Mitglied der menschlichen Gesellschaft. Aber je intensiver seine Erinnerungen werden, desto mehr steigt die Emotionalität seines Vortrages. Gefühle wie Angst, Hass und Frustration, aber auch Freude und Stolz brechen sich Bahn. Der Vortrag eskaliert, denn die Zivilisation ist für den Affenmenschen auch ein Synonym für Entfremdung.

 

Um zu überleben, lässt sich Rotpeter, der Affe, menschliche Verhaltensweisen andressieren. Auf dem qualvollen Transport im Käfig von der Goldküste nach Europa wird ihm klar, dass ein Entkommen unmöglich ist und dass ihn nur die Anpassung an den Menschen retten kann. Also erlernt er von der Schiffsbesatzung zunächst den Umgang mit der Tabakspfeife und der Schnapsflasche – und spricht alsbald auch sein erstes Wort: „Hallo“. Nach diesen frühen Sozialisationserfolgen stellt sich bald die Frage: Zoo oder Varieté? Da Zoo Gefangenschaft bedeutet, entscheidet sich der Affe, bereits sehr menschlich geworden, für das Varieté, denn das heißt Ruhm. Die Anpassung ist gelungen – aber der Kampf zwischen Natur und Kultur in ihm dauert an.

 

Franz Kafkas (1883–1924) Erzählung „Ein Bericht für eine Akademie“ erschien zuerst 1917 in der Zeitschrift „Der Jude“, 1920 dann im Rahmen des Bandes „Ein Landarzt.“ Anregungen zur Erzählung dürfte Kafka in einem Prager Varieté gefunden haben, in dem 1908/1909 Vorführungen eines dressierten Schimpansen mit dem Namen „Konsul Peter“ gezeigt wurden.

 

Carl Philip von Maldeghem macht sich mit dem Schauspieler Georg Clementi nun an die Erforschung des Affen Rotpeter, dem die Gleichheit mit dem Menschen die lebenswerteste Daseinsform zu sein scheint. Die Produktion wird als Kooperation zunächst im Kulturhaus Emailwerk Seekirchen und im Herbst 2016 in den Kammerspielen in Salzburg gezeigt.

 

 











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