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02.05.11 - 14:23 Uhr

Mir san, mir han


Mit Wörtern erzählt man Geschichten. Klar. Dass das einzelne Wort für sich selbst auch eine Geschichte erzählen kann, ist auf den ersten Blick nicht klar. Es sei denn, man ist Sprachwissenschaftler, heißt Hannes Scheutz und hat bereits einen Dialektatlas erstellt.

Dann kann man zum Beispiel sehr schnell erkennen, woher eine Geschichte kommt, wenn darin von einer Kerze, einer Kiutz oder einer Keschtzn die Rede ist. Oder von einer Blase, Blosn, Blodan...

 

Gleich zu Beginn stellt Scheutz klar, was ein Dialekt ist oder besser, was er nicht ist. Ein Dialekt ist kein Artefakt aus der guten alten Zeit, sondern gelebte, sich ständig verändernde Alltagssprache. Mittels vieler Beispiele macht Schutz deutlich, dass sich Dialekte sogar innerhalb eines Generationensprungs markant ändern können. Nicht in Richtung des Hochdeutschen, sondern in eine andere Dialektform. Selbst für uns so urtypisch scheinende Formen, wie das bayerische „ei“ in stein (stehlen) hat erst wenige Generationen auf dem Buckel und wurde davor noch stöhn gesprochen, was uns ja gleich bekannt vorkommt.

 

Das Schöne an diesem Vortragsabend mit Scheutz war – jeder, wirklich jeder der anwesenden Zuhörer konnte mitreden. Denn jeder trägt seinen Dialekt mit sich herum. Mit Staunen stellten die Gäste im Emailwerk fest, wie sehr sich teilweise die Dialekte in verschiedenen Flachgauer Orten voneinander unterscheiden. Dementsprechend ausgedehnt fiel auch die an den Vortrag anschließende Fragerunde aus. Viele ZuhörerInnen gruben tief in ihrem Wortschatz und lieferten herrliche Dialektausschnitte aus ihrem Umfeld. Hiling, Adl und Suling lassen grüßen.

 

Auch die historische Ableitung vieler Ortsnamen wurde von Scheutz unter die Lupe genommen. In Verbindung mit geschichtlichen Ereignissen wie der römischen Besiedelung oder den lokalen landschaftlichen Gegebenheiten erläuterte Scheutz den Ursprung vieler Ortsbezeichnungen.

Do homs d'Losa aufgschpescht d’Mötzn und d’Noxn.

(mw)

 











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