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11.12.17 - 18:45 Uhr

Weihnachten ist überall!


Der weihnachtliche Geist ist in Auflösung begriffen? Beim Konzert „Weihnacht.Liede.Basteln“ der Seekirchner Herrenformation StimmLos wurde man eines Besseren belehrt. Weihnachten ist sprichwörtlich überall. Zumindest in Seekirchen konnten man an den beiden Abenden keinen Schritt tun, ohne unvermittelt und hinterrücks von der Weihnachtsgeschichte überfallen zu werden. Dabei begann alles ganz harmlos…

 

Mit einem besonders feinfühligen „Joy To The World“ sangen die acht Herren im (neuen) schwarzen Anzug das Intro zur Weihnachtsgeschichte a la StimmLos, gefolgt von einem nicht minder zärtlichen „More Than Words“. Der auf weihnachtliches getrimmte Gast begann sich in wohliger Sicherheit zu wägen. Als das Ensemble bei der Jungfrau Maria eine geringfügige Namenskorrektur durchführte und auch „Hello, Mary Loo“ für die Weihnachtsgeschichte beanspruchte, dämmerte es im übervollen Emailwerk den meisten – die stimmlose Interpretation der berühmtesten aller Geschichten ist, ganz dem weihnachtlichen Geist entsprechend, alles vereinend, allumfassend und allgegenwärtig. Also für den Spaziergänger in den „Streets Of London“ ebenso gültig wie für den „English Man in New York“. Vereint wurde diese wunderbare Vielfalt in der wunderbaren Wiedergabe durch die Stimmlosen, die das Publikum, durch den ganzen Schalk und das spitzbübische Gehabe hindurch, von Beginn an im Herz berührte.

 

Einmal mehr kam Paul Herbst die Rolle des adventlichen Herolds zu, der zum großen Gelächter und der Kurzweil des Publikums, an jedem Stück solange hämmerte, schmiedete, bog und feilte, bis es sich irgendwann seiner wahren Bestimmung innerhalb des weihnachtlichen Gefüges ergab. Lediglich bei Merle Travis Folksong „Sixteen Tons“, ein kritisches Arbeiterlied aus den amerikanischen Kohlegruben, gab Herbst einmal klein bei – wenn auch nicht gerne. Das jedoch tat dem berührenden, mitreißenden und überaus humorvollen A-Cappella-Abend keinen Abbruch.

 

Stimmlos bewegte sich zwischen herzzerreißenden Balladen und stilvollem Klamauk, zwischen Goldies der vergangenen Jahrzehnte und vielen neuen Stücken, die an diesem Abend ihre Premiere feierten. Während sich Chorleiter Roman Öschlberger mit seiner hinreißend hohen Tenorlage in unzähligen Soli um die Seelen des Publikums kümmerte, sorgte „Hüfte“ Pötzelsberger oftmals für den pfeffrigen Humor in der Bassgegend. Dazwischen turnten die Stimmlosen den Christbaum hinauf und hinunter, vom engelhaften „Good Bye Yellow Brick Road“ bis zum teuflisch schnellen „The Drunken Sailor“, vom realsatirischen „Mundgeruch“ bis zum mitreißenden „Operator“. Und ja – all das ist ab vergangenem Wochenende fester Bestandteil der Weihnachtsgeschichte und wird zukünftig auf jedem Adventmarkt zu hören sein. Einmal mehr demonstrierten die acht Herren in Schwarz wie eng schwierigster und hochwertigster A-Cappella-Gesang und beste Unterhaltung miteinander verknüpft sind. Zumindest wenn man’s kann. Und StimmLos kann…

(mw)

 











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