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23.01.16 - 10:00 Uhr

Dudelmaulbockdoppelpfeiffen!


Wenn es stimmt, dass alle Wege nach Rom führen, dann ist es ebenfalls sehr wahrscheinlich, dass ein Liebhaber von echter, handgemachter Musik irgendwann bei Hotel Palindrone landen wird. Unabhängig davon, aus welcher Richtung er kommt. Denn bei Hotel Palindrone - mit diesem Eindruck verlässt man zumindest den Konzertsaal - laufen alle musikalischen Fäden zusammen. Ob Folk oder Volk, orientalisch oder dahoam, mittelalterlich-norditalienischer oder bretonischer Tanz – Hotel Palindrone spielt‘s.

 

Das liegt zum einen an der meisterhaften Beherrschung ihrer Instrumente, so gerüstet kann sich das Quartett an alles wagen, und zum anderen an den Instrumenten selbst. Oder besser der Vielzahl derselben. In der Ankündigung war zu lesen: Albin Paulus: Klarinette, Maultrommeln, Dudelsäcke (Bock, Sackpfeife), Flöten, Bombarde, Stimme & Jodeln, Stephan Steiner: Violine, Drehleier, Diatonisches Akkordeon, Nyckelharpa, Stimme, John Morrissey: Mandola, Bouzouki, Valisette, Stimme, Peter Natterer: E-Bass, Saxophon, Klavier.

 

Was beim Lesen zu langweilen beginnt, ist auf der Bühne einfach urgewaltig. Dieser, von vier begnadeten Musikern geführte, enorme Instrumentenpool, begründet auch ein Alleinstellungsmerkmal der Formation. Denn Hotel Palindrone nimmt die Instrumente grundsätzlich aus den ihnen zugedachten Genres und setzt sie samt Musiker in einen neuen musikalischen Kontext.

So passiert es dann, dass die Sackpfeife in einen orientalisch anmutenden Rhythmus integriert wird, die Maultrommel sich in einem alten Tanz wiederfindet oder die schwedische Nyckelharpa eine Rolle in einem schwungvoll-energetischen Stück übernimmt, das aus Irland stammen könnte. Saxophon in einem burgenländisch-kroatischen Volkslied? Na logisch – was sonst!

 

Weiters befreit die hohe Eigenkompositionsquote (EQ) die vier Musiker von originären Zwängen und so vermengt die lebenslustige Truppe jedes Instrument mit jedem Takt, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.

 

Apropos Schnabel, Albin Paulus spielt mal schnell ein geniales Stück auf nicht weniger als vier Maultrommeln. Das Publikum schunkelt, klatscht, tanzt und ist einfach hingerissen. Immer wieder würzt Hotel Palindrone seine Stücke mit atemberaubenden Instrumentalsoli auf einem Instrument ihrer Wahl, man kann sich kaum satthören. Mazurka, Schleuniger, Jodler, darf es heute Abend ein bisserl mehr sein? Es darf und so kommen die vier Musiker erst nach ausgiebigen Zugaben von der Bühne. Selber schuld!

(mw)











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