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16.12.12 - 16:15 Uhr

Der Weihnachtsknall


Die Herren von Stimmlos haben eine Theorie: Nicht der Urknall war der Beginn von allem und jedem, sondern der Weihnachtsknall. Dementsprechend muss auch alles und jedes auf den Weihnachtsknall zurückzuführen sein. Und obgleich die Beweisführung im Zuge eines Feldversuchs noch aussteht – im konzertanten Rahmen eines Abends war sie auf jeden Fall in höchstem Maße stimmig.

 

„Joy To The World“ – eine vorweihnachtliche Hymne bildete das Intro. Neuerdings benötigt das Publikum keine Anlaufphasen, zumindest nicht bei Stimmlos. Der Applaus verebbt nur langsam. Moderator und Stimmlos-Bass Paul Herbst offeriert dem ahnungslosen Publikum die Stimmlos-Theorie von der weihnachtsgetriebenen Erschaffung der Welt oder auch Strohstern-Genesis.

 

Stimmlos bleibt dem noch in Ehrfurcht verharrenden Publikum die Beweisführung nicht schuldig: nächstes Lied: „Ob La Di – Ob La Da“. Solist: Franz Pötzelsberger. Stimme: himmlisch. Das Ploppen der Mundfinger erinnert an das ungestüme Öffnen einer Packung Christbaumkerzen. Die Beweiskette ist geschlossen, es läuft alles auf Weihnachten hinaus.

 

Die Herren in Schwarz singen sich weiter durch den Abend. „Silence Is Golden“ und „For The Longest Time“ folgen jeweils unbändiger Applaus und herzliche Zurufe. Roman Öschlberger, musikalischer Leiter des Ensembles, absolviert bei letztgenannter Nummer sein erstes Solo und wieder einmal steigt der Neidfaktor des männlichen Publikums auf Christbaumspitzenniveau. Aber es ist Weihnachten und man beruhigt die Hormone mit innerem Frieden.

 

Weiter geht es mit bezaubernden Sätzen von „Chanson D’amour“, „Sitt’n On The Dock Of The Bay“ und einer ganz wundervollen Interpretation von „In Einem Kühlen Grunde“ nach einem Gedicht von Josef von Eichendorff. Bereits an dieser ersten Halbzeit zeigen die vokalen Entertainer einmal mehr ihre starke Seite: Intelligente Breitbandunterhaltung mit Barbershop, Klassik, ein wenig Kabarett, Schlager, Blues und Engelszungen. Hans Breitfuß beendet die erste Hälfte mit einem Weihnachtsfrühstück bei Tiffanys. Der Weihnachtsmann steht beleidigt in der Ecke. Jetzt spannt ihm neben dem Zalando-Boten auch noch der Breitfuß die Fans aus.

 

Nach der viel zu langen Pause beginnt Stimmlos mit "Mama Loo" und Roman Öschlberger. Das Publikum hört in der Folge einige neue Nummern, deren komplizierter Satz auch die Stimmlosen nicht kalt lässt – das Publikum aber völlig aus dem Häuschen bringt. Acht schwarze Anzüge steigern die Stimmung, jetzt von allem Weihnachtlichen losgelöst, über „You Are The Sunshine Of My Life“ bis zu „Hallelujah“ – jeweils solistisch geführt von Dominikus Forsthuber und Erich Pötzelsberger.

Stimmlos, lässt nicht mehr los – bis zur letzten Zugabe „Gut‘ Nacht, Die Damen“. Die tobenden Gäste fühlen sich bestens unterhalten und nunmehr weihnachtlich gerüstet.

 

Wären Kerzen im Publikum erlaubt, sie würden jetzt brennen. „‘s Leben Is Wia A Traum“ – ist es nicht?

 

mw

Fotos: Albert Moser

 

 

 











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